Kinderzimmer streichen – so geht’s

Die Farbgestaltung des Kinderzimmers hat für Kinder und Eltern eine große Bedeutung. Das Zimmer der Kids soll zum Spielen, Wohlfühlen und Träumen wie auch zum Lernen einladen. Wie das Kinderzimmer streichen schnell und unkompliziert geht, soll folgende Anleitung zeigen.

Einzigartige Kinder – individuelle Farbgestaltung nach Alter

Zunächst gilt es eine Farbenauswahl zu treffen. Doch was ist dabei zu beachten? Mit den richtigen Farben kann der Nachwuchs in seiner kompletten Entwicklung positiv unterstützt werden. Nur welche Farben/Farbnuancen sind das? Laut Experten werden die speziellen Bedürfnisse nach Farben in drei Altersstufen eingeteilt:
  • null bis zu zwei Jahre
  • vom dritten bis zum fünften Lebensjahr
  • sowie ab dem sechsten Geburtstag.

Babys von null bis zwei Jahre

Vom Neugeborenen bis zum zweiten Lebensjahr ist Ruhe und Geborgenheit sowie eine liebevoll gestaltete Atmosphäre essenziell. In dieser Zeit sind besonders Apricot Nuancen ideal, da dies die Farbe ist, die Babys auch im Bauch der Mutter wahrnehmen. Dies gilt gleichermaßen für Mädchen und Jungen. Zusätzlich ist es schon zu dieser Zeit wichtig, dass räumliches Sehen gefördert wird und so die Orientierung innerhalb des Kinderzimmers wesentlich leichter fällt. Ruhige, lichte Farbtöne wie zum Beispiel ein blasses Grün, zartes Rosé oder dezentes Hellorange sind dafür perfekt. Die leichten Kontraste können als Farbtupfer gut verteilt oder in Form von einfachen Figuren/Formen an den Wänden verteilt werden.

Zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr

Kinder dieser Altersgruppe sind bereit für Anregungen durch mehr Farben. Sie wollen sich selbst erfahren und vor allem viel Neues entdecken, wodurch sich wiederum Kreativität und Fantasie auf spielerische Art entwickeln. Dies lässt sich besonders mit hellen Grün- und Lilatönen realisieren. Um Kontraste hinzuzufügen, eignet sich unter anderem eine Kombination von strahlendem Gelb (Bienengelb) mit einer Blaunuance (Fisch-/Delfinblau). Dadurch erhalten Kinder eine gewisse visuelle Stimulation, die sie jedoch nicht optisch überfordert.

Ab dem 6. Lebensjahr

Kinderzimmer für Schulkinder haben drei Funktionen: Zum Spielen und Lernen sowie letztendlich für ruhige Phasen des Tages. Zudem sollten die Farben und Farbkombinationen individuell auf den Charakter des Kindes abgestimmt sein. Handelt es sich um ein eher aktives Kind, sind dynamische Wandfarben wie abgestufte Orangetöne eine gute Idee. Zum Lernen, also im Bereich des Schreibtisches, sollten eher kühle, beruhigende Wandfarben wie beispielsweise unterschiedliche Grün-Blautöne an der Wand vorherrschen.

Was nicht sein darf

Was im Kinderzimmer gar nicht geht, sind Farben wie Brauntöne und Dunkelbraun, dunkles Grau, sattes Violett und Schwarz. Bei Brauntönen wird die Inaktivität von Kindern gefördert, da das enthaltene Rot durch Schwarz stark gedämpft wird. Des Weiteren können die genannten Farben Kinder generell lustlos, müde und sogar niedergeschlagen machen. Die trendige Kombination Schwarz und Weiß ist definitiv für Kinderzimmer NICHT geeignet, da diese sogar bedrohlich auf kleine Seelen wirken kann. Bei Kleinkindern sollten grundsätzlich sehr kräftige und intensive Farben, auffällige Muster und extreme Kontraste vermieden werden. Diese wirken überstimulierend und können bei Babys/Kleinkindern ruheloses Verhalten hervorrufen und ruhiges Schlafen verhindern. Nur weil bereits kleine Kinder knallige Farben gut wahrnehmen, darf das Kinderzimmer nicht ganz bunt gestrichen oder tapeziert werden.

Die Kinder bei der Wandgestaltung mit einbeziehen

Trotzdem sollten Kinderzimmer nicht eintönig gestaltet werden: Facettenreich ist auch hier der bessere Weg. Eine Wandgestaltung Ton-in-Ton wirkt reizarm und wenig fröhlich – Kinder antworten darauf meistens mit Antriebslosigkeit. Ein geschickt gewählter Farbmix ist dagegen eine Möglichkeit, die Bedürfnisse jedes Kindes zu erfüllen – geborgen, sicher und harmonisch sowie gleichermaßen anregend und entspannend. TIPP: Ab einem gewissen Alter sind Kinder bei der Wandgestaltung selbst gerne aktiv. Dies ist eine Möglichkeit für Eltern einfach einmal zu sehen, welche Farben ihr Nachwuchs selbst aussucht.

Nach der Farbauswahl geht es ans Streichen

Sind die passenden Farben gewählt, geht es an die Arbeit und mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung ist das Kinderzimmer streichen ein Klacks.
  1. Vorbereitung Alle Möbelstücke müssen von den Wänden abgerückt und mit Abdeckfolie bedeckt werden. Häufig ist es sinnvoll diese mit Klebeband zu fixieren. Leichte Möbelstücke können aus dem Zimmer geschafft werden. Wählen Sie auch die richtige Arbeitskleidung
  2. Abkleben Alle Elemente im Kinderzimmer, welche nicht gestrichen werden sollen (Fußleisten, Fenster, Türen, usw.), müssen abgeklebt werden. Der Fußboden ist mit Abdeckvlies auszulegen. Steckdosen und Schalter sollten entfernt werden.
  3. Wandbeschaffenheit prüfen Sind Leimfarben auf den Wänden, müssen diese zunächst entfernt werden. Zeigt sich ein kreidiger Abrieb beim Darüberfahren mit einem Tuch, muss die Wand zunächst grundiert werden.
  4. Letzten Vorarbeiten Mit Spachtelmasse sollten alle Unebenheiten wie Risse oder Dübellöcher verschlossen werden. Ist Staub auf der Wand, gilt es diesen gründlich abzukehren.
  5. Farben gleichmäßig aufnehmen Kurzflor-Rollen sind für wenig strukturierte Wände zu verwenden. Langflor-Rollen hingegen eignen sich für strukturierte Wände wie Rauputz. Nach dem Eintauchen in den Farbeimer, muss die Farbe mit einem Abstreifgitter ausgerollt werden.
TIPP: Vor dem Farbanstrich mit dem Roller sollten alle Ecken mit einem Pinsel gestrichen werden. Sinnvoll ist es mit der Kinderzimmerdecke zu beginnen. Die Rolle sollte dabei nicht in den Ecken angesetzt werden – besser etwas mittig. Es sollte in geraden Bahnen mit leichten Überlappungen gestrichen werden.

Urheber Beitragsbild: © dolgachov/123RF

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